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Winterzeit – Brennholzzeit: 17. Februar 2010

Ein Tag im „Holz“

Gerade bei den heutigen Rohölpreisen lohnt es sich, das Eigenheim auf erneuerbare Energien umzustellen. Wer hier einen Wald sein eigen nennen kann, hat für solch eine Umstellung gute Karten, denn eine moderne Holzheizung kann Wärme für ein ganzes Haus liefern.
Was man nun noch braucht ist ein oder mehrere geeignete, geländegängige Schlepper mit Anbaugeräten wie Frontgabel und Heckhydraulik und ein sinnvolles Zubehör wie eine Seilwinde, Anhänger und Motorsägen. Festes Schuhwerk und Sicherheitskleidung sind natürlich selbstverständlich.

 

 

Auf tief verschneiten Waldwegen geht es heute sehr früh in den vor allem aus Fichten bestehenden Winterwald. Wir begleiten Hans mit seinen Sohn Christian an einem zwar kalten, jedoch traumhaft sonnigen Tag zum Bäume fällen in den eigenen Wald, den der letzte Sturm übel zugerichtet hat. Begleitet werden wir von einem starken Eicher 3084 Allrad, Baujahr 1978 mit dem 85 PS-Eicher-VierzylinderDiesel-Motor mit Frontgabel, Heckhydraulik und einer starken Seilwinde und dem IHC 744, Baujahr 1974, ebenfalls mit Allradantrieb und 70 PS Leistung.

Zuerst sollen die bereits im Wald liegenden Stämme auf eine kleine Lichtung gezogen werden, ohne die junge Mischwald-Aufforstung zu beschädigen. Dann werden einige Bäume umgeschitten. Für das Herausziehen der Stämme ist der IHC, den Christian lenkt, perfekt geeignet. Leicht und mit einem kurzen Radstand ist das Manövrieren und Fahren mit den angehängten Stämmen meist problemlos. Stämme, die nicht direkt herausgezogen werden können,  kann die  Seilwinde des Eichers in die richtige Position ziehen. Mit der Hydraulik des IHC und mittels starker Ketten werden die Stämme nun leicht angehoben und leisten so zur Fahrt auf den „Holzplatz“ keinen Widerstand. Dann sammelt Hans mit dem Gabelstaplervorbau des Eichers die kleineren Rundlinge aus dem Wald ein und räumt ein wenig auf um das geplante Bäumefällen vorzubereiten.

Gegen 10.30 Uhr ist es soweit. Der erste Baum soll umgeschitten werden. Doch das Fällen von Bäumen will gelernt sein. Personen dürfen nicht gefährdet werden und die Fallrichtung muss so bestimmt werden, dass der junge Mischwald nicht beschädigt wird. Gerade bei den vom Wind teils gebrochenen und schief stehenden Bäumen ist die richtige Abschätzung der Fallrichtung eines Baums lebenswichtig. Doch für den Profi Hans ist die Aufgabe mit seiner Stihl-Motorsäge schnell gelöst. Routiniert wird ein Baum nach dem anderen angeschitten und in die die vorbestimmte Richtung gelenkt. Falls nötig hilft auch hier der Eicher mit der Seilwinde oder dem Gabelvorbau etwas nach. Gegen Mittag liegen drei der großen Nadelbäume auf dem Waldboden im Schnee. Auch sie werden noch entastet, zersägt und auf den „Holzplatz“ gebracht. Doch vorerst geht es zur Brotzeit mit heißem Tee, Schwarzbrot und hausgemachtem Presssack.

Frisch gestärkt gehen nun die Waldarbeiten leicht von der Hand und gegen 16.00 Uhr sind beide Hänger mit Holz beladen und die großen Stämme für die Abholung zum Verkauf bereitgestellt. Als die kleine Mannschaft sich zum Heimweg fertig macht, sind sich alle einig, das diese Arbeit mächtig Spaß gemacht hat.